Juni 2026. Hitzewelle. In Hannover teilweise 40 Grad, nachts kaum Abkühlung. 5100 Tote deutschlandweit, Dunkelziffer wahrscheinlich deutlich höher.

13.7.2026. Superzelle mit Starkregen, Gewitter und Hagel über Hannover und Teilen der Region. Überflutete Straßen und Gebäude, Schäden in Millionenhöhe. Über 1000 Einsätze für die Berufsfeuerwehr und die freiwilligen Feuerwehren. Dass Pattensen größtenteils verschont blieb: reiner Zufall.

Doch was, wenn die nächste Superzelle nicht an Pattensen und den Ortschaften vorbeizieht, sondern direkt die Kommune trifft? Was, wenn im August das Thermometer wieder knapp 40 Grad anzeigt?

„Die Hitzewelle im Juni und die Überflutungen im Juli zeigen einmal mehr, dass uns der Klimawandel bereits fest im Griff hat“, sagt Till Schurtzmann, Kandidat der SPD für den Rat der Stadt Pattensen. „Daher haben wir uns im Wahlprogramm auch lange mit den Punkten Umweltschutz und erneuerbare Energien auseinandergesetzt.“

Die SPD Pattensen plant unter anderem Hitzeoasen im gesamten Stadtgebiet, vor allem in den sogenannten Hitzehotspots. Gemeint sind unter anderem schattenspendende Sonnensegel, die fortlaufende Entsiegelung von Flächen, das Pflanzen von Bäumen und der Bau von Trinkwasserbrunnen, die in vielen südeuropäischen Städten fest im Stadtbild integriert sind.

„Das wird nicht die letzte Hitzewelle in diesem Jahr sein“, meint auch Matthias Friedrichs, Bürgermeisterkandidat der SPD, und ergänzt: „Wenn man sich diese Extremwetterereignisse anschaut, muss man leider feststellen, dass wir in Pattensen noch viel mehr tun können und auch müssen.“

Viele versiegelte Flächen im Stadtgebiet sorgen dafür, dass der Boden Regenwasser nur noch unzureichend aufnehmen kann und die Kanalisation bei Starkregenereignissen schnell an ihre Grenzen kommt. In Kombination mit ohnehin schon stark ausgetrockneten Böden kommt es somit schnell zu Überflutungen, die Schäden in Millionenhöhe verursachen können. Die letzten Jahre zeigen, dass solche Extremwetterphänomene in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen.

„Ironischerweise“, so Till Schurtzmann weiterhin, „geht unser neues Rathausgebäude in Pattensen nicht gerade als positives Beispiel voran: Der gesamte Vorplatz ist gepflastert und bietet kaum Schatten, große Teile des Daches sind noch nicht mit Photovoltaikanlagen bestückt. Da müssen wir dringend nachbessern! Jedes öffentliche Gebäude in Pattensen kann für den Schutz der Umwelt genutzt werden, sei es durch Begrünung oder durch die Installation von erneuerbaren Energien, wie PV-Anlagen.“

Und Matthias Friedrichs fügt hinzu: „Entsiegelung, Begrünung, Trinkwasserbrunnen: All das kostet im Vergleich zu anderen Dingen nicht viel Geld, bewirkt aber eine ganze Menge!“

„Klimaanpassung ist keine Kür, sondern Daseinsvorsorge“, betont der Parteivorsitzende und Ortsbürgermeisterkandidat Lasse Ahrens. „Deshalb gehört für uns neben Hitzeoasen und Entsiegelung auch ein besserer Hochwasser- und Katastrophenschutz dazu – etwa mit sogenannten Leuchttürmen, an denen Bürgerinnen und Bürger im Krisenfall Informationen erhalten, ihre Geräte laden und sich versorgen können. Die vergangenen Wochen haben gezeigt: Die Frage ist nicht, ob uns ein solches Ereignis trifft, sondern wann.“

Die SPD betont im Wahlprogramm, dass nicht nur die Stadt Pattensen, sondern jede Bürgerin und jeder Bürger zum Klimaschutz etwas beitragen kann, beispielsweise mit der Renaturierung von Vorgärten oder Begrünung von Carports und Garagendächern.